29.04.2025

Medienmitteilung

Goldmedaillen für junge Chemie-Genies

Vom 21. bis 26. April nahmen 20 Gymnasiast*innen und Berufslernende am Finale der Schweizer Chemie-Olympiade teil. In den Labors der ETH Zürich experimentierten sie um die Wette. Vier Schweizer*innen und vier Liechtensteiner*innen haben Tickets in die Vereinigten Arabischen Emirate gewonnen. Sie werden ihre Länder im Juli an der Internationalen Chemie-Olympiade vertreten.
Ruben Locher (links) und Stanisław Bektaş. (Quelle: Chemie-Olympiade)
Carl-Philipp Cachej (links) und Maya Post. (Quelle: Chemie-Olympiade)
Silber ging an (oben von links nach rechts) Jaël Suter, Jingyao (Nancy) Han, Alexander Yevsikov und David Reichmuth. Bronze ging an (unten von links nach rechts) Marc Merz, Eric Lüscher, Yuxiang (Apollo) An und Luis Gördes. (Quelle: Chemie-Olympiade)
Leonhard Mayer, Viola von Loesch, Giulio Vogt (alle Gold Liechtenstein) und Niklas Neusüss (rechts, Silber Liechtenstein) nach der Preisverleihung... (Quelle: Lara Gafner, Wissenschafts-Olympiade)
... David Hasler (auch Gold Liechtenstein) war da schon wieder in Bern am Finale der Biologie-Olympiade. (Quelle: Chemie-Olympiade)
Fragen nach der Vorlesung von Prof. em. Antonio Togni. (Quelle: Lara Gafner, Wissenschafts-Olympiade)
Besuch bei Merck am Freitag. (Quelle: Chemie-Olympiade)
Grosse Freude bei Carl-Philipp Cachej (oben), Stanisław Bektaş (unten) und Ruben Locher (vorne von hinten) während der Preisverleihung: Alle drei qualifizieren sich zum zweiten Mal für die Internationale Chemie-Olympiade. (Quelle: Lara Gafner, Wissenschafts-Olympiade)
Demonstration eines Experiments. (Quelle: Lara Gafner, Wissenschafts-Olympiade)
Silas Waldvogel, Volunteer der Chemie-Olympiade und ETH-Student, hilft bei der Analyse von Labordaten. (Quelle: Lara Gafner, Wissenschafts-Olympiade)

Diese Schweizer*innen haben Gold gewonnen:

 

  • Ruben Locher, Berufsfachschule Oberwallis (VS)
  • Stanisław Bektaş, International School of Schaffhausen (SH)
  • Carl-Philipp Cachej, MNG Rämibühl (ZH)
  • Maya Post, Kantonsschule Hohe Promenade (ZH)

 

Ruben Locher, der bei der Lonza zum Chemielaboranten ausgebildet wird, schaffte es als einziger Berufsschüler im Finale auf den ersten Platz. 

Erfolgssträhne für Laboranten bei den Wissenschaft-Olympiaden: Am vergangenen Wochenende belegten Ruben Locher und Raphael Burgener (Berufsfachschule Oberwallis/Lonza) die ersten Ränge in Chemie und  Biologie. Im März gewannen in Physik zwei Laboranten Gold (Technische Berufsschule Zürich/Paul Scherrer Institut).  

 

Alle vier Gold-Gewinner*innen erhalten den mit 500 Franken pro Person dotierten Förderpreis der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft und einen Platz an der Internationalen Chemie-Olympiade (IChO). Ruben Locher, Stanisław Bektaş und Carl-Philipp Cachej werden bereits zum zweiten Mal für die Chemie in die Wüste reisen: Sie waren letztes Jahr an der IChO in Saudi-Arabien dabei. 

Neben den vier Goldmedaillen wurden auch je vier Silber- und Bronzemedaillen verliehen (siehe Rangliste unten). 

Eintauchen ins Lieblingsfach

Als die 20 Finalist*innen der Chemie-Olympiade am Ostermontag den Campus Hönggerberg der ETH Zürich betraten, hatten sie schon einen langen Weg hinter sich. Zusammen mit rund 800 anderen Jugendlichen hatten sie im Herbst an der ersten Runde des Wettbewerbs teilgenommen und im Januar an der Universität Bern die zweite Runde bestanden. Während mehrerer Vorbereitungswochenenden an der EPFL und den Universitäten Basel und Zürich waren sie weit über den normalen Schulstoff hinaus in ihr Lieblingsfach eingetaucht. “Die Leute sind super sympathisch und man lernt zusammen, es ist vor allem die Erfahrung, die cool ist”, so die Freiburger Silber-Gewinnerin Nancy. 

<iframe src="https://www.youtube.com/embed/nIAiMIQiCgU?si=y4eNS2aF8GMac8Gy&quot; title" width="600" height="400" allowfullscreen="true" frameborder="0"></iframe>

Silas Waldvogel, Volunteer der Chemie-Olympiade und ETH-Student, erklärt ein Laborpraktikum, das während der Finalwoche durchgeführt wurde (auf Englisch).

In der Woche nach Ostern fand dann das Finale statt: Drei Tage lang letzte Vorbereitungen, dann am 24. April die praktische und die theoretische Prüfung. Letztere sei dieses Jahr echt schwer gewesen und habe viele mathematische Kenntnisse vorausgesetzt, erzählt Nancy. Während die Prüfungen korrigiert wurden, besuchten die Teilnehmenden am Freitag die Firma Merck in Buchs - eine von mehreren Firmen, Stiftungen und öffentlichen Partnern, die die Chemie-Olympiade finanziell unterstützen. Dazu gehört auch die Firma Bachem, deren Global Head of Recruitment Martin Geissmann den Teilnehmenden am Finale Einblicke in Berufsperspektiven präsentierte. “Bei Bachem brauchen wir gute Chemikerinnen und Chemiker, daher unterstützen wir auch gerne ein solches Angebot für Jugendliche, die sich in Chemie besonders engagieren wollen", so Geissmann.

Sie möchten dazu beitragen, dass die Chemie-Olympiade auch in Zukunft junge Talente inspiriert? Unterstützen Sie unsere Crowdfunding-Kampagne und fördern Sie die Forschenden von morgen! Jetzt spenden.

Liechtenstein erstmals mit vollständiger Delegation

Liechtensteiner Schüler*innen dürfen für Auswahl und Vorbereitung an den Schweizer Wissenschafts-Olympiaden teilnehmen, reisen aber als eigene Delegation an internationale Wettbewerbe. Bisher war das Fürstentum an der IChO eher durch einzelne Schüler*innen vertreten, dieses Jahr bilden Giulio Vogt, Leonhard Mayer, David Hasler und Viola von Loesch vom Liechtensteinischen Gymnasium zum ersten Mal eine vierköpfige Delegation. 

David Hasler hat sich auch als einziger Liechtensteiner für die Internationale Biologie-Olympiade qualifiziert. Um an den beiden gleichzeitig stattfindenden Schweizer Finalwochen in Chemie und Biologie teilzunehmen, pendelte er zwischen Bern und Zürich. An den freien Tagen des einen Fachs schrieb er im anderen Fach die Prüfungen. Er findet, dass es sich lohne, an mehreren Wissenschafts-Olympiaden teilzunehmen, zwei Finals gleichzeitig sei aber schon sehr anstrengend gewesen.

Giulio Vogt war letztes Jahr der einzige Liechtensteiner an der IChO. “Die Erfahrung war grossartig, nicht nur wegen der Chemie, sondern auch wegen des Austauschs mit Gleichgesinnten aus aller Welt.” Er sei motiviert, dieses Jahr noch mehr zu lernen, um sich an der IChO zu verbessern, aber auch, um sich auf sein Studium an der ETH Zürich vorzubereiten. “Die Chemie-Olympiade kann einen echt motivieren, eine Karriere in der Wissenschaft zu verfolgen”, findet er. 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Elf Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager und Prüfungen für über 9'000 Talente in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft.  Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.

Bilder

Zur freien Verwendung mit Quellenangabe. Download am Ende des Beitrags via Button. Einzelporträts in Originalformat und hoher Auflösung, weitere Bilder und Videomaterial auf Anfrage.

Rangliste

Schweiz

RangNameSchuleWohnort
1. GoldRuben LocherBerufsfachschule Oberwallis (VS)Visp (VS)
2. GoldStanisław BektaşInternational School of Schaffhausen (SH)Schaffhausen (SH)
3. GoldCarl-Philipp CachejMathematisch-Naturwissenschaftliches Gymnasium Rämibühl (ZH)Adliswil (ZH)
4. GoldMaya PostKantonsschule Hohe Promenade (ZH)Uitikon (ZH)
5. SilberJaël SuterKantonsschule Alpenquai (LU)Luzern (LU)
6. SilberJingyao (Nancy) HanCollège de Gambach (FR)Corminboeuf (FR)
7. SilberAlexander YevsikovMathematisch-Naturwissenschaftliches Gymnasium Rämibühl (ZH)Zürich (ZH)
8. SilberDavid ReichmuthKantonsschule Alpenquai (LU)Adligenswil (LU)
9. BronzeMarc MerzKantonsschule Menzingen (ZG)Unterägeri (ZG)
10. BronzeEric LüscherMathematisch-Naturwissenschaftliches Gymnasium Rämibühl (ZH)Adliswil (ZH)
11. BronzeYuxiang (Apollo) AnCollège du Léman (GE)Versoix (GE)
12. BronzeLuis GördesStiftsschule Engelberg (OW)Stäfa (ZH)
Honorable MentionAnais DossayevaGymnasium Bäumlihof (BS)Aesch (BL)
Honorable MentionAnjalika MalhotraInstitut Florimont (GE)Genève (GE)
Honorable MentionJena AlsairafiInternational School of Geneva (GE)Rolle (VD)

 

Fürstentum Liechtenstein

RangNameSchuleWohnort
1. GoldGiulio VogtLiechtensteinisches Gymnasium (FL)Schellenberg (FL)
2. GoldLeonhard MayerLiechtensteinisches Gymnasium (FL)Eschen (FL)
3. GoldDavid HaslerLiechtensteinisches Gymnasium (FL)Gamprin (FL)
4. GoldViola von LoeschLiechtensteinisches Gymnasium (FL)Mauren (FL)
5. SilberNiklas NeusüssLiechtensteinisches Gymnasium (FL)Eschen (FL)

Kontakt

Lara Gafner

Verantwortliche Marketing und Kommunikation

Wissenschafts-Olympiade
Universität Bern

Hochschulstrasse 6

3012 Bern

+41 31 684 35 26

l.gafner@olympiad.ch

Weitere Artikel

Linguistik

Preise für Schweizer Sprachwissenschafts-Talente in Rumänien

Vom 26. Juli bis 2. August nahmen acht Schweizerinnen und Schweizer an der Internationalen Linguistik-Olympiade (IOL) in Bukarest teil und gewannen eine Bronzemedaille und zwei Ehrenmeldungen.

Mathematik

Doppelgold in China: Schweizer Mathematik-Talente übertreffen alle Erwartungen

Vom 9. bis 21. Juli versammelte die Internationale Mathematik-Olympiade über 600 junge Mathegenies in Shanghai. Zwei Genfer gewannen Gold, ein Urner und eine Urnerin Bronze, zwei weitere Jugendliche aus Genf und Freiburg erhielten Ehrenmeldungen. Was steckt hinter dem erstaunlichen Erfolg?

Wirtschaft

Schweizer Schüler gewinnen erstmals Gold bei der Internationalen Wirtschafts-Olympiade

Das fünfköpfige Schweizer Team bei der 9. Internationalen Wirtschafts-Olympiade (12.-20. Juli in Shenzhen, China) hat einen neuen Rekord gesetzt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs gewannen Schweizer Jugendliche Goldmedaillen – und zwar nicht nur eine, sondern gleich zwei.

Chemie

Vierfache Bronze für Schweizer an der Internationalen Chemie-Olympiade in Usbekistan

1987 nahmen erstmals vier Schweizer an der Internationalen Chemie-Olympiade teil - die erste Schweizer Teilnahme an einer Wissenschafts-Olympiade. Dieses Jahr (10.-19. Juli in Taschkent) bringen erstmals alle vier Delegationsmitglieder eine Medaille mit nach Hause.

Biologie

Biologie-Olympioniken gewinnen in Litauen Medaillen und neue Freunde

302 Teenager aus rund 80 Ländern trafen sich vom 12.-19.7. in Vilnius um an der Internationalen Biologie-Olympiade das Leben zu erforschen. Die Prüfungen erforderten Wissen, aber auch Fingerspitzengefühl: So mussten die Teilnehmenden zum Beispiel das Mundwerkzeug einer Fliege sezieren.

Physik

Schweizer Nachwuchsphysiker gewinnen Bronze in Kolumbien

Letzte Woche trafen Jugendliche aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein auf Physiktalente aus 95 Ländern. Die Internationale Physik-Olympiade, die vom 4.-12. Juli im kolumbianischen Bucaramanga stattfand, begeisterte die Teilnehmenden mit atemberaubenden Aussichten und neuen Freundschaften.