17.07.2025

Medienmitteilung

Medaillen für Schweizer Chemie-Talente in Dubai

Vom 5. bis zum 14. Juli fand in den Vereinigten Arabischen Emiraten die 57. Internationale Chemie-Olympiade statt. 354 junge Wissenschafts-Talente aus 90 Ländern stellten ihr praktisches und theoretisches Können unter Beweis. Die Schweizer Delegation legte mit drei Bronzemedaillen und einer Ehrenmeldung ihre vielleicht beste Leistung aller Zeiten an den Tag.
Die Schweizer Delegation. Von links nach rechts: Daniel Isler (Leiter), Maya Post, Ruben Locher, Stanisław Bektaş, Carl-Philipp Cachej, Fabian Hollinger (Leiter). (Alle Bilder: Chemie-Olympiade)
Die Liechtensteiner Delegation. Von links nach rechts hinten: Leonhard Mayer, Giulio Vogt, Carole Zermatten (Leiterin), Silas Waldvogel (Leiter). Vorne: Viola von Loesch, David Hasler.
Sightseeing: Die Liechtensteiner Delegation mit Guide.
Gruppenfoto der beiden Delegationen.
Die Schweizer Delegation bei der Eröffnungszeremonie.
Selfie der Schweizer Delegation bei der Schlusszeremonie.
Freudenschrei: Stanisław Bektaş gewinnt eine von drei Bronzemedaillen für die Schweiz.
Giulio Vogt bei der praktischen Prüfung.
Führung durch die Labors der SGS, eines Schweizer Unternehmens in Dubai.
Kontakte knüpfen auf dem Burj Khalifa.
Carl-Philipp Cachej gibt ein Interview.
Besuch im Museum of the Future in Dubai.

Die Bronzemedaillen gingen an Ruben Locher (Berufsfachschule Oberwallis/Lonza, VS), Stanisław Bektaş (International School of Schaffhausen, SH) und Carl-Philipp Cachej (MNG Rämibühl, ZH). Die drei haben auch schon letztes Jahr am internationalen Wettbewerb teilgenommen, damals in Saudi-Arabien. Ruben Locher konnte seinen Erfolg wiederholen, die anderen haben letztes Jahr Ehrenmeldungen und nun erstmals Edelmetall gewonnen. Für Maya Post (Kantonsschule Hohe Promenade, ZH) war es dieses Jahr die erste Teilnahme, sie wurde in Dubai mit einer Ehrenmeldung ausgezeichnet. 

Für das Fürstentum Liechtenstein gab es zwar keine Auszeichnungen, doch das kleine Land wurde erstmals von einer vollständigen, vierköpfigen Delegation vertreten: Giulio Vogt, der bereits letztes Jahr am Start war, Leonhard Mayer, David Hasler und Viola von Loesch vom Liechtensteinischen Gymnasium. 

Qualifiziert haben sich die acht Talente am Finale der Schweizer Chemie-Olympiade im April. Lesen Sie die Reportage aus unserer Jahresserie, um einen Einblick zu erhalten.

Ausserordentliche Leistung

“Das war vielleicht die beste Schweizer Delegation aller Zeiten”, schätzt Silas Waldvogel, Freiwilliger der Chemie-Olympiade. “Ein so gutes Resultat hatten wir zuletzt im Jahr 2000, aber damals war der Wettbewerb auch noch auf einem anderen Niveau.” Der Moment, in dem er bei der Schlusszeremonie auf die Bühne gehen und seine Medaille abholen konnte, sei nach der intensiven Vorbereitung auf den Wettbewerb ein Highlight gewesen, so Carl-Philipp. “All die harte Arbeit hat sich in diesem Augenblick ausgezahlt und es war schön, dass so viele von uns das erfahren konnten.”

Die Welt verstehen

Der Wettbewerb bestand aus zwei fünfstündigen Prüfungen in Theorie und Praxis. In der praktischen Prüfung mussten die Teilnehmenden chemische Verbindungen, beispielsweise Aminosäuren, identifizieren und dafür die Methode der Chromatographie anwenden. Die Aufgabe mit den Aminosäuren war am besten, da sind sich Ruben und Carl-Philipp einig: “Sie war etwas anspruchsvoll aber gut lösbar, wenn man etwas chemische Intuition hat!”, so Ruben. “Chemie fühlt sich manchmal schon fast magisch an, aber mit genügend Hintergrundwissen ist alles gut erklärbar!” Die Teilnehmenden sind fasziniert von ihrem Fach, weil es die Welt erklärt, verknüpftes Denken fördert und vielseitige Anwendungen hat. “Indem man die Eigenschaften der Materie versteht, versteht man die Welt”, so Giulio. 

Erfahrungen, die in Erinnerung bleiben

“Rückblickend kann ich sagen, dass die besten Erfahrungen, die ich während der Zeitspanne dieses Wettbewerbs sammeln konnte, aus den vielen Interaktionen mit den Teilnehmenden aus der ganzen Welt entstanden sind”, fasst Giulio zusammen. Das Programm bot viele Gelegenheiten für Gespräche und lustige Momente, ob beim Ausflug nach Abu Dhabi, im “Museum of the Future” oder im Freizeitpark, in dem Ruben seine erste Achterbahnfahrt erlebte. Am letzten Tag hatten die Schweizer und Liechtensteiner Delegationen auch noch Zeit, Dubai vom Burj Khalifa aus zu betrachten und die Labore des Schweizer Unternehmens SGS zu besichtigen. 

Glänzende Zukunftspläne

Alle Teilnehmenden aus der Schweiz und Liechtenstein haben ihren Schul- oder Lehrbschluss in der Tasche. Viele fangen im September ein naturwissenschaftliches Studium an, zum Beispiel an der ETH Zürich. Selber teilnehmen können sie dann nicht mehr, aber Maya und Carl-Philipp planen schon, sich freiwillig für bei der Chemie-Olympiade für die nächste Generation zu engagieren. Ruben kann noch einmal an der Chemie-Olympiade teilnehmen, während er die Berufsmatura macht. Sein Ziel: Die IChO 2026. “Ich will intensiv lernen, damit in Usbekistan eventuell eine noch glänzendere Medaille auf mich wartet!”

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft.  Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.

Bilder

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