Wie funktioniert die Welt? Warum haben Materialien die Eigenschaften, die sie haben? Wie komme ich zu einem Laborplatz? Solche Fragen führten dieses Jahr Jugendliche zur Schweizer Chemie-Olympiade. Vom 5. – 11. April fand an der ETH Zürich das nationale Finale des Wettbewerbs statt. Vier der achtzehn Finalist*innen wurden mit Goldmedaillen ausgezeichnet. Sie werden die Schweiz an der Internationalen Chemie-Olympiade (IChO) in Taschkent, Usbekistan vertreten:
Gold (von links bis rechts): Lukas Hannawa, Dominic Bool, Ruben Locher, Yuxiang "Apollo" An. (Alle Bilder: Chemie-Olympiade)
Die Finalist*innen an der ETH Zürich mit Prof. em. Antonio Togni.
Silber (von links bis rechts): Paul Geissendörfer, Laetitia Orglmeister, Dafftin Schenk, Annaëlle Grosjean.
Bronze (von links bis rechts): Patrik Roth, Daniel Kulesza, Sardor Abdumajidov. Nicht abgebildet: Xiaomei "Emily" Xu.
Gold für Liechtenstein: Leandro Vogt (links) und Áron Szepessy.
Geprüft wurden Theorie...
... und Praxis.
Vorbereitung auf ein Praktikum.
Zu Besuch bei der Metrohm AG.
“Meine Teilnahme vor 30 Jahren ist der Grund, warum ich heute Chemieprofessor bin”, meint Michal Juríček (Universität Zürich), der bei der Schlusszeremonie einen Vortrag hielt.
Ruben Locher schaffte es schon letztes Jahr als einziger Berufslernender im Finale auf den ersten Platz. Es wird seine dritte Teilnahme an der IChO.
Ruben Locher schaffte es schon letztes Jahr als einziger Berufslernender im Finale auf den ersten Platz. Es wird seine dritte Teilnahme an der IChO. Für die anderen ist es das erste Mal. “Ich weiss nicht viel über Usbekistan und auch nicht über die IChO. Daher bin ich ziemlich nervös, aber wir werden sehen”, so der Zweitplatzierte Dominic. Auch das Fürstentum Liechtenstein wird an der IChO wieder vertreten sein:
Áron Szepessy, Liechtensteinisches Gymnasium (FL)
Leandro Vogt, Liechtensteinisches Gymnasium (FL)
Ausserdem wurden je vier Silber- und Bronzemedaillen verliehen (siehe Rangliste).
Viele Wege führen zur Olympiade
“Ich habe von ChatGPT erfahren, dass es die Chemie-Olympiade gibt”, erzählt Bronze-Gewinner Daniel. Er habe der KI erzählt, dass er gerne mal in einem Labor experimentieren würde. Andere Teilnehmende wurden von Lehrpersonen, Freunden oder Geschwistern auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. Letztes Jahr war Leandro Vogts Bruder Giulio für Liechtenstein am Start – dieses Jahr half er bereits bei der Organisation der Olympiade mit. “Er konnte enorm profitieren, Leandro hat diese Begeisterung aufgenommen. Für uns war es schön, zu sehen, wie unsere beiden Söhne sich durch eigenes Engagement in diesen Fachbereich vertieft haben”, erzählen die Eltern.
Faktor bei der Studienwahl
Selbst Experimente durchzuführen und Inputs von Expert*innen zu erhalten, sei das Beste an der Olympiade, findet Áron. “Nach den Vorlesungen brauchte mein Gehirn schon einmal eine Pause, aber das ist wohl normal!” Die Woche sei mental und körperlich anstrengend, bestätigt die Fünftplatzierte Annaëlle. Es sei aber eine tolle Erfahrung gewesen, die sie motiviert habe, Chemie zu studieren. Mehrere Teilnehmende und Elternteile erzählen, dass die Olympiade Einfluss auf die Studienwahl hat. “Meine Teilnahme vor 30 Jahren ist der Grund, warum ich heute Chemieprofessor bin”, meint auch Michal Juríček (Universität Zürich), der bei der Schlusszeremonie einen Vortrag hielt.
Lange Tage im Labor
Eine Woche dauerte das Finale der Chemie-Olympiade, dessen Programm Trainings, praktische und theoretische Prüfungen und einen Ausflug zur Metrohm AG beinhaltete. Für den Silber-Gewinner Dafftin Schenk waren die langen Tage im Labor neu, obwohl er letzten Sommer bereits für Paraguay an der IChO dabei war. In der Zwischenzeit ist er für ein Praktikum an der Universität Bern in die Schweiz gezogen und nimmt nun an der Schweizer Chemie-Olympiade teil. “Ich stand an der IChO zum ersten Mal im Labor, weil die Chemie-Olympiade in Paraguay keine praktischen Prüfungen durchführt. In der Schweiz werden wir sehr gut vorbereitet!”
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Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.
Am 1. Mai fand an der Universität Bern das Finale der Schweizer Wirtschafts-Olympiade statt. Zwölf Jugendliche schlüpften für einen Tag in die Rolle von Unternehmensberatern und Wirtschaftswissenschaftlerinnen. Fünf von ihnen wurden mit Goldmedaillen ausgezeichnet.